Die zweite Staffel von Netflix' One-Piece-Adaption ist ein voller Erfolg, nicht nur in den Augen der Kritiker, sondern auch bei den Fans - wie beispielsweise bei unserem Entertainment-Experten Vali, der zu beiden Lagern gehört.
Aber längst nicht alle Beteiligten der Produktion wurden nur mit Lob und Liebe überhäuft. Bereits vor Staffelstart musste besonders eine Darstellerin viel über sich ergehen lassen. Charithra Chandran spielt die neu eingeführte Nefertari Vivi, Prinzessin von Alabasta. Und damit waren nicht alle einverstanden.
Während sich die eine Hälfte der wütenden »Fans« über Chandrans Hautfarbe aufregte, sorgte für die andere Hälfte ihre indische Abstammung für Unmut. Laut letzteren hätte doch eher jemand aus dem arabischen Raum für die Rolle gecastet werden sollen.
Ihre Schauspielkolleginnen und -kollegen und auch Eiichiro Oda selbst stärkten Chandran dabei den Rücken. Sie sei die perfekte Besetzung für die Rolle und das hätten Fans jetzt schließlich auch mit eigenen Augen sehen können. Nach Veröffentlichung der zweiten Staffel springt die Community noch einmal für Chandran in die Bresche.
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Die Fans lieben alles an ihr
Chandrans Performance wird beispielsweise in einem Thread auf Reddit in hohen Tönen gelobt:
Ihr alle schuldet dieser Prinzessin eine Entschuldigung
Vivis Schauspielerin hat den ganzen Hass, der ihr im letzten Jahr entgegenschlug, nicht verdient. Sie ist eine der wenigen im Ensemble, bei denen ich wirklich hundertprozentig das Gefühl habe, dass sie die Figur verkörpert, die sie spielt. Das IST Vivi. Und sie hat ihre Rolle hervorragend gespielt.
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Der Post erhielt bisher über 6.000 Upvotes und darunter sammeln sich hunderte Kommentare. Einige bezweifeln, dass sich die Meinung derer geändert hat, die in Anbetracht von Chandrans Besetzung hasserfüllte Nachrichten schrieben. Es gibt aber auch Community-Mitglieder, die zunächst skeptisch waren und von der Performance der Schauspielerin nun umgestimmt wurden.
So schreibt ein ein User: »Was mich aber wirklich überzeugt hat, war Vivis Gefangennahme durch die Strohhutbande – nicht der Kampf zwischen Nami und Vivi. Man konnte durch Vivis Gesichtsausdruck sehen und spüren, was sie dachte, als sie gefangen genommen wurde.«
Ein anderer hat seinen Wunsch nach Originaltreue überdacht: »Ich mag es, wenn Realverfilmungen das Aussehen der Charaktere so originalgetreu wie möglich wiedergeben, aber in ihrem Fall wirkte es einfach völlig natürlich, und nach wenigen Szenen war ich restlos überzeugt. Eine hervorragende Besetzung für die Rolle.«
Charithra Chandran äußert sich zu der Hasswelle
Mittlerweile hat sich auch die Schauspielerin selbst zu der Hasswelle geäußert, die ihr nach Bekanntgabe ihrer Besetzung entgegenschlug. Gegenüber BBC macht sie die traurige Wahrheit deutlich: »Ich denke, als Woman of Colour in dieser Branche entspricht das gewissermaßen dem Status quo. Das ist absolut inakzeptabel, aber ich bin nicht die erste Person in dieser Lage, und ich werde auch nicht die letzte sein.«
Aber besonders die Reaktionen ihrer Set-Kolleginnen und -Kollegen hätten ihr gezeigt, wofür One Piece eigentlich steht. In einer gespaltenen Welt sei es wichtig, an seine Träume zu glauben und auf seine Freunde zu vertrauen.
Sie versuche zudem, den Backlash nicht zu persönlich zu nehmen und in ihrer Rolle als Vivi ihr Bestes zu zeigen, um Hatern den Wind aus den Segeln zu nehmen. »Ich hoffe, ich kann ihren Horizont erweitern und ihnen eine etwas andere Sicht auf Menschen und die Welt ermöglichen. Aber darüber hinaus muss ich einfach meine Wahrheit leben, mir selbst treu bleiben.«